Sichere Befestigung von Rohrleitungen: Richtiges Setzen von Fest- und Lospunkten

Sichere Befestigung von Rohrleitungen: Richtiges Setzen von Fest- und Lospunkten

Statische Fest- und bewegliche Lospunkte sind für eine stabile und sichere Fixierung von Rohrleitungen entscheidend. Denn temperaturbedingte Längenänderungen und Dehnungsmöglichkeiten müssen angemessen berücksichtigt werden, um Spannungen auszugleichen und teure Schäden wie Abknicken, Verdrehen oder Auseinandergleiten der Rohre zu verhindern.

 
Lospunkte sorgen für die sichere Lagerung des Rohrsystems und ermöglichen eine flexible, aber gesteuerte Längenausdehnung der Rohrleitung bei Temperaturänderung. Dadurch verhindern sie Verklemmungen oder ungewünschte Kräfteverlagerungen. Festpunkte halten das gesamte System stabil, indem sie die auftretenden Kräfte und Ereignisse in den Baukörper einleiten.
 
Bei der sachgerechten Planung und Installation von Fest- und Lospunkten sind zwei Faktoren maßgeblich zu berücksichtigen: 
 
1. Das Dehnverhalten des/r verwendeten Werkstoffe/s
 
Metalle und Kunststoffe dehnen sich mit zunehmender Temperatur aus und ziehen sich bei abnehmender Temperatur wieder zusammen - abhängig von Material, Temperaturdifferenzen und Rohrlänge. 
 
Die Berechnung dieser thermisch bedingten Längenänderungen sollte vor der Installation erfolgen:  

∆L = L • ∆T • α

 

∆L = Längenausdehnung in mm      L = Länge der Rohrstrecke/Abschnitt in m
∆T = Temperaturdifferenz in K          α = Längenausdehnungskoeffizient in mm/m • K

Die Längenausdehnungskoeffizienten unterscheiden sich erheblich: Bei Kunststoff-Rohrleitungen treten unter gleichen Bedingungen deutlich größere Längenausdehnungen auf als bei Rohrleitungen aus metallischen Werkstoffen. 
 

2. Das Gewicht der Installation/Lastangaben
 
Die Installation muss verschiedenen Belastungen standhalten. Um diese richtig einschätzen zu können, ist eine Ermittlung der Kräfte, die auf die Leitung wirken sowie der Gesamtmasse unabdingbar. Diese besteht aus dem Eigengewicht der Leitung, zuzüglich Dämmung, und der Füllung, das heißt dem Medium, welches sich in der Leitung befindet.
 
Belastungen und etwaige Druckereignisse müssen mit der maximal empfohlenen Belastung abgeglichen werden, um unzulässige Verformungen oder ein Versagen in Folge von Bruch sicher auszuschließen. Vor Planungsbeginn sollten deshalb die Einbauempfehlungen und weitere Informationen der Hersteller unbedingt Beachtung finden.
 
Zur Auslegung von Befestigungskonstruktionen sollte die maximal empfohlene Belastung auf keinen Fall überschritten werden. Die angegebene Bruchlast dient lediglich zur Abschätzung der Sicherheit gegen Versagen. Sind nur Bruchlasten angegeben, sind diese mittels Sicherheitsfaktor (S = 1,5 bis 3,0) abzumindern.
 
Lesen Sie außerdem in unserer Praxis-Reihe: Abstände zwischen Befestigungspunkten

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Diagramm: Längenausdehnungen

Hier finden Sie ein Dehnungsdiagramm für die überschlägige Einschätzung von materialspezifischen Längenausdehnungen zum Download.

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